Ein Teil der Patient:innen interessiert sich deshalb für medizinisches Cannabis als ergänzende Option, insbesondere wenn klassische Therapien (z. B. Psychotherapie oder Medikamente) nur begrenzt helfen oder starke Nebenwirkungen verursachen.
Auf dieser Seite erhältst du eine kompakte, neutrale Übersicht zu Depression, Angststörungen und dem möglichen Einsatz von medizinischem Cannabis sowie Informationen zum Ablauf bei Privatrezept.net.
Wichtig: In akuten Krisen, bei Suizidgedanken oder starker psychischer Zuspitzung ist medizinisches Cannabis kein geeignetes Mittel. Wende dich in solchen Fällen sofort an den ärztlichen Notdienst (116 117), den Notruf (112) oder eine psychiatrische Notfallambulanz.
Was sind Depressionen und Angststörungen?
Depressionen
Depression ist mehr als „schlechte Laune“ oder eine Phase, in der es dir nicht gut geht. Typisch sind u. a.:
- anhaltende Niedergeschlagenheit oder Gefühllosigkeit
- Verlust von Freude und Interesse an Dingen, die früher wichtig waren
- starker Antriebsmangel, alles fällt schwer
- Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafprobleme, frühes Erwachen)
- Schuldgefühle, Grübeln und Selbstzweifel
- Konzentrationsprobleme, Entscheidungsschwierigkeiten
- körperliche Beschwerden ohne klare Ursache (z. B. Muskel- oder Kopfschmerzen)
Depressionen können in verschiedenen Schweregraden auftreten – von leicht bis schwer – und kommen häufig in Phasen (Episoden).
Angststörungen
Angststörungen zeigen sich je nach Ausprägung u. a. durch:
- übermäßige, schwer kontrollierbare Sorgen
- innere Unruhe, Nervosität, ständige Anspannung
- Panikattacken mit Herzklopfen, Schwindel, Engegefühl
- Vermeidungsverhalten (z. B. Menschenmengen, bestimmte Orte)
- Schlafstörungen durch Grübeln oder Angst vor der nächsten Attacke
Depressionen und Angststörungen treten oft gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig z. B. durch Schlafmangel, Rückzug und anhaltenden Stress.
Warum interessieren sich manche Betroffene für Cannabis?
Viele Patient:innen mit Depressionen oder Angstzuständen suchen nach ergänzenden Behandlungsoptionen, wenn:
- klassische Antidepressiva nicht ausreichend wirken
- Nebenwirkungen problematisch sind
- Schlaf und innere Unruhe trotz Therapie stark gestört bleiben
Einige Betroffene berichten, dass medizinisches Cannabis helfen kann,
- innere Anspannung und Grübeln zu reduzieren
- Schlaf zu verbessern
- Stressreaktionen abzuflachen
- Stimmung stabiler zu erleben
Die wissenschaftliche Datenlage entwickelt sich, ist aber noch nicht abschließend. Deshalb wird Cannabis in der Regel als ergänzende Therapieoption betrachtet und nicht als Ersatz für professionelle psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung.
Wie könnte Cannabis bei Depression & Angst wirken?
In der Cannabispflanze finden sich Wirkstoffe wie THC und CBD, die mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagieren. Dieses System beeinflusst u. a.:
- Stimmung und Motivation
- Stress- und Angstreaktionen
- Schlaf und Erholung
- Schmerzempfinden
Mögliche Effekte, die in Studien und Erfahrungsberichten diskutiert werden:
- CBD: beruhigend, angstlösend, kann Stressreaktionen abmildern
- THC: stimmungsaufhellend und entspannend bei niedriger Dosierung, kann bei höherer Dosis aber auch Unruhe oder Angst verstärken
Die Wirkung ist stark individuell. Deshalb ist eine sorgfältige ärztliche Bewertung wichtig, insbesondere bei bestehenden psychischen Erkrankungen.
Risiken und Grenzen einer Cannabis-Therapie
Gerade bei Depressionen und Angststörungen ist ein verantwortungsvoller Umgang entscheidend. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen:
- Verstärkung von Angst oder Unruhe bei zu hoher THC-Dosis
- Antriebslosigkeit und „Abkapselung“ bei ungünstiger Anwendung
- Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Schwindel
- mögliche Wechselwirkungen mit anderen Psychopharmaka
Cannabis ist kein „schneller Ausweg“ aus einer depressiven Episode und ersetzt weder Psychotherapie noch ärztliche Betreuung. Es kann – wenn passend – ein Baustein im Behandlungskonzept sein, nicht die alleinige Lösung.
Wer kommt für Cannabis bei ADHS in Frage?
Unsere Ärzt:innen prüfen anhand deines ausführlichen Fragebogens:
- welche ADHS-Symptome im Alltag dominieren
- wie stark Konzentration, Fokus oder emotionale Stabilität beeinträchtigt sind
- ob psychische oder körperliche Begleiterkrankungen bestehen
- ob medizinische Gründe gegen eine Cannabistherapie sprechen könnten
Wenn Cannabis nicht geeignet ist, erhältst du eine verständliche und transparente Begründung.
Ablauf bei Privatrezept.net
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Online-Fragebogen ausfüllen
Bewertung deiner ADHS-Symptomatik & Gesundheitslage direkt online. -
Ärztliche Prüfung
Eine Ärztin/ein Arzt bewertet ausschließlich auf Basis deiner Angaben, ob Cannabis für dich medizinisch infrage kommt. -
Rezept & Einlösung
Bei Eignung erhältst du ein Rezept, das du in einer unserer Partnerapotheken einlösen kannst.

